Wie werde ich Pressehändler?

Wie wird man eigentlich Zeitschriftenhändler?
Der Handel mit Presse ist ein risikoloses Geschäft, da unverkaufte Exemplare vom Zeitungshändler zurückgegeben werden können und dieser dafür sodann eine Gutschrift für den vollen Warenwert erhält. Pressehändler ist heutzutage nicht mehr nur der „Zeitungsladen an der Ecke", vielmehr sind in den letzten Jahren immer mehr Spezialverkaufsstellen hinzugekommen.
So bieten viele Reisebüros Tourismus-Zeitschriften zum Verkauf an, der Fahrradhändler hält entsprechende Titel zum Thema „Zweirad" bereit und der Computerfachhandel die zahlreichen Magazine, die sich mit EDV-Themen befassen. Mittlerweile ist die Zahl der Spezialverkaufsstellen so umfangreich geworden, dass diese in der Branche bereits katalogisiert wurden.

Übersicht über die aktuell gelisteten Geschäftsarten

Zeitschriftenhändler werden in Deutschland nicht direkt durch die Verlage beliefert, sondern von regional tätigen Grossisten.

Eine Verkaufsstelle hat somit nicht zahlreiche unterschiedliche Lieferanten, sie erhält stattdessen ihre Ware aus einer Hand. Da ein Grossist als Gebietsmonopolist tätig ist, ist der Zeitungshändler jedoch auf diesen alleinigen Anbieter angewiesen und muss dessen Konditionen akzeptieren. Eine der Voraussetzungen für die Lieferaufnahme ist in aller Regel, dass die Verkaufsstelle beim zuständigen  Pressegrossisten eine Kaution hinterlegen muss, deren Höhe sich nach den zu erwartenden Umsätzen orientiert. Auch die Verkaufs- bzw. zur Verfügung stehende Regalfläche spielt bei der Bewertung des Grossisten eine Rolle. Details hierzu wird der Außendienstmitarbeiter des Grossisten entsprechend erläutern.
Welcher Grossist für einen neuen Händler zuständig ist, ergibt sich aus der Postleitzahl des Ortes an dem das Geschäft ansässig ist bzw. errichtet werden soll. Der Bundesverband Deutscher Buch-, Zeitungs- und Zeitschriften-Grossisten e.V. bietet auf seiner Website (www.pressegrosso.de) eine Grossisten-Suche an.
Nach Eingabe der Postleitzahl im rechten Bereich der Website wird der für den Händler zuständige  Pressegrossist benannt.
Nach einer entsprechenden Vereinbarung zwischen dem Grossisten und dem neuen Pressehändler legt der Grossist das für den Händler optimale Liefersortiment fest. Dieses kann später nach den Interessen der Laufkundschaft vor Ort durch den Händler ergänzt werden. Auch werden die Mengen anhand der ersten Verkaufsergebnisse automatisch angepasst. Bei Titeln, die stets ausverkauft sind, werden die Stückzahlen erhöht. Produkte, die keine Verkäufe verzeichnen können, werden dagegen aus dem Sortiment genommen. Die Voraussetzungen und Pflichten, die ein Händler erfüllen muss um mit Zeitungen und Zeitschriften beliefert werden zu können, ergeben sich aus den LZBs, den Liefer- und Zahlungsbedingungen der Grossisten.

Der für den Großraum Krefeld zuständige Pressegrossist Keppel hält diese auf seiner Website bereit (Rubrik: Service/Neukunde werden). Die Bedingungen der Grossisten, die in anderen Regionen tätig sind, unterscheiden sich hiervon nur minimal oder sind sogar wortgleich.