Der Weg zum Kiosk

Für Leser stellt sich oft die Frage, wie die Zeitschrift eigentlich zum Kiosk kommt. Dabei ist das ganze Procedere keine geheime Wissenschaft. Zunächst muss man, wenngleich dies für Laien auf den ersten Blick nicht verständlich ist, zwischen Zeitungen und Zeitschriften unterscheiden.
Die Zeitschrift wird von einer Pressespedition, ein eigens auf den Transport von Printprodukten spezialisiertes Fuhrunternehmen, bei der Druckerei meist tagsüber abgeholt und zunächst zu einem Logistikzentrum transportiert. Je nach Spedition kann es sich hierbei um ein zentrales oder aber um regional verteilte Lager handeln. Ein wichtiger Knotenpunkt stellt dabei der Großraum Frankfurt/Main dar, da dort zahlreiche ausländische Titel per Luftfracht eintreffen.
In den Logistikzentren werden die Hefte, die von der Druckerei zunächst als Gesamtmenge auf Paletten abgesetzt werden, in Einzelpakete, die als Lieferung für die Bahnhofsbuchhandlungen und Pressegrossisten bestimmt sind, gepackt.
Sodann verlassen die Sendungen abends zusammen mit Exemplaren anderer Verlage als Sammeltransporte das Lager in Richtung der Empfänger. Zuweilen erfolgen aus logistischen Grünen auch Zwischenstopps. Hierbei werden Treffpunkte mit anderen Speditionsfahrzeugen, deren Routen sich an diesen Zwischenstationen kreuzen, vereinbart und einzelne Sendungen vor Ort für die jeweiligen Richtungen ausgetauscht.
Bei den Grossisten treffen die Zeitschriften in den frühen Morgenstunden ein. Dort werden die einzelnen Pakete nun wieder geöffnet und sodann für Sendungen, die für die von dem jeweiligen Grossisten betreuten Einzelhändler (z.B. Tankstellen, Lottoläden, Supermärkte und zahlreiche Spezialverkaufsstellen) am zweiten Tag des gesamten Versandweges zusammengestellt. Die Zeitschriften werden vom Grossisten jedoch nicht umgehend an jene Einzelhändler ausgeliefert. Vielmehr verbleiben diese Sendungen zunächst bis zur darauffolgenden Nacht beim Grossisten.



Anders sieht es dagegen bei Tageszeitungen aus. Aufgrund der aktuellen Berichterstattung erlaubt der Versand von Zeitungen verständlicherweise keine derart langen Vorlaufzeiten. Je nach Tageszeitung und Wochentag (einige Tageszeitungen wie z.B. der Berliner „Tagesspiegel" haben am Wochenende eine gegenüber der Wochenmitte um etwa 7% höhere Druckauflage und auch einen höheren Seitenumfang) kann der Zeitpunkt, an dem der Druck einer Ausgabe beginnt, unterschiedlich sein.
So kann der sogenannte Andruck zwischen 20 und 23 Uhr stattfinden. Die erste gedruckten Exemplare sind sodann auch für die Auslieferung an den Handel bestimmt und treffen bei den Grossisten meist um 2 Uhr nachts ein. Auch hier kann es jedoch, vor allem bei überregionalen Tageszeitungen zu Zwischenstopps, wie oben bereits beschrieben, kommen. Einige Tageszeitungen werden zudem auch nicht zentral, sondern an mehreren Standorten gleichzeitig gedruckt. Als Beispiele sollen hier die „taz" (Druckorte: Berlin, Pinneberg bei Hamburg und Frankfurt/Main) sowie die „BILD" (Ahrensburg bei Hamburg, Hannover, Berlin-Spandau, Leipzig, Essen-Kettwig, Neu-Isenburg, Esslingen bei Stuttgart, München, Kassel und Syke bei Bremen sowie für die Lieferung ins Ausland zusätzlich in Kiel, Madrid, Palma de Mallorca, Las Palmas, Vitrolles, Mailand, Izmir, Warna und Antalya) genannt sein. Die Tageszeitungen werden dann von den Grossisten den bereits am Tag zuvor vorbereiteten Paketen mit Zeitschriften zugefügt und letztlich an die regionalen Einzelhändler ausgeliefert. Vor allem bei Tankstellen mit 24-Stunden-Betrieb sind diese Zeitungen und Zeitschriften vereinzelt bereits am 4 Uhr morgens erhältlich.