Fanzines/ Comics

Eignen sich Fanzines für den Handel?
Ja. Die Tatsache, dass zahlreiche heute im Handel erhältliche Zeitschriften, vor allem aus den Themenbereichen Musik und Sport, ursprünglich „nur" als Fanzine an einen sehr begrenzten Empfängerkreis verteilt wurden, ist als eindeutige Bestätigung zu sehen. Nicht selten wurde somit aus einem ursprünglichen Hobbyprojekt eine angesehene Zeitschrift.

Herausgeber von Zeitschriften sind heute längst nicht mehr ausschließlich nur Unternehmen. Mittlerweile sind selbst Vereine und sogar Privatpersonen sehr häufig verlegerisch tätig. Mitte der 90er Jahre begannen viele kleinere Interessengemeinschaften damit, monothematische Websites zu den von ihnen besetzten Themengebieten zu erstellen. Es wurden Urlaubsgebiete vorgestellt, außergewöhnliche Sportarten präsentiert sowie über Schicksale oder gar seltene Krankheiten berichtet. Inzwischen verlagern sich diese Themenschwerpunkte zunehmend in den Printbereich und die dazugehörige Website stellt nicht mehr die eigentliche Kommunikationsplattform dar, sondern dient mittlerweile als Begleitung zum jeweiligen Printmedium. Der Vielfalt sind hier kaum Grenzen gesetzt, wie sich auch an der steigenden Anzahl der im Special-Interest-Bereich angesiedelten Zeitschriften widerspiegelt.

Der Weg in den Handel kann für viele Fanzines letztlich sogar eine erhebliche Arbeitserleichterung für die Verleger darstellen, da sie nunmehr die Hefte nicht mehr einzeln verschicken müssen, sondern diese für den Leser im Bahnhofsbuchhandel oder beim nächsten Zeitschriftenhändler bereitliegen. Ein Nationalvertrieb kann dem Verlag bei der Umsetzung seiner Ziele beratend zur Seite stehen. Auch können dadurch, dass die Exemplare nicht mehr per Einzelversand, sondern als Sammeltransport per Spedition ausgeliefert werden, die Kosten des Verlages gesenkt werden. Kosten für Rechnungslegung und Rechnungsversand sowie für etwaige Mahnungen entfallen zudem ebenso.

Handelspräsenz stärkt das Abo-Geschäft und den Anzeigenverkauf
Will der Verlag seine Exemplare fortan auch im Einzelhandel platzieren heißt das nicht zwangsläufig, dass er auf den bisherigen Vertriebskanal „Abo" verzichten muss. Vielmehr muss der Einzelhandel als zusätzlicher Absatzweg verstanden werden, mit dem zusätzliche Leser erreicht werden können. Oftmals bewirkt allein die Präsenz im Kiosk bereits Zufallsverkäufe, die bislang nicht möglich gewesen wären. Auch werden häufig neue Anzeigenkunden durch die Erhältlichkeit im Einzelhandel auf die Zeitschrift aufmerksam und festigen dadurch letztlich sogar die eigentliche Haupteinnahmequelle des jungen Verlages.