Grundlage des Pressevertriebs

Grundlagen des PressevertriebsGrundlage für das Pressewesen in Deutschland ist das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland. Hier heißt es in Artikel 5, Absatz 1:

Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.

Auf dieser Basis ist es demnach jedem erlaubt, eine Zeitschrift in den Handel zu bringen, solange die Inhalte nicht gegen geltende Gesetze verstoßen (z.B. Aufruf zu strafbaren Taten, Beleidigungen usw.). Für die Herausgabe einer eigenen Zeitschrift ist weder eine Lizenz notwendig, noch muss der Verleger bestimmte berufliche oder schulische Voraussetzungen erfüllen. Doch während es in den 80ern noch zahlreiche alternative Neugründungen (Stichwort: „taz") gab, die seinerzeit problemlos an den Handel geliefert werden konnten, führt der mittlerweile unüberschaubare Markt zu einem verstärkten Verdrängungswettbewerb.

Dadurch ergibt sich für Verlage die zwingende Notwendigkeit, ein neues Zeitschriftenprojekt genau zu planen. Verkaufspreis, Heftformat, Verbreitungsgebiet, die Höhe der Startauflage sowie eine durch Werbemaßnahmen erreichte Zielgruppenansprache müssen mehr denn je durchdacht sein.

Der Verlag als Familienbetrieb
Würde man stichprobenartig Freunde oder Familienmitglieder befragen was diese unter dem Begriff „Verlag" verstehen, so zeigt sich, dass dieser Begriff fast schon als Synonym für Unternehmen wie der „Axel Springer AG", „Bertelsmann", „Burda" oder „Gruner + Jahr" verwendet wird. Tatsächlich beschränkte sich der Pressemarkt auch ursprünglich im Wesentlichen auf entsprechende Konzerne. Nicht zuletzt auch durch das Internet haben sich jedoch markante Veränderungen ergeben.
 
So war es einst üblich, dass mit der Herstellung einer Zeitschrift eine in unmittelbarer Nähe des Verlages ansässige Druckerei beauftragt wurde. Inzwischen können die Druckunterlagen allerdings bequem per Mail übermittelt werden wodurch auch im Ausland ansässige Druckereien in die Auswahl eines Verlages kommen und dadurch mitunter die Druckkosten in erheblichem Ausmaß reduziert werden können. Auch kann beim Layout nunmehr auf externe Dienstleister verzichtet werden indem entsprechende Computerprogramme direkt beim Verlag zum Einsatz kommen.
 
Unter diesen Voraussetzungen ist es nicht weiter verwunderlich, dass mittlerweile selbst Vereine und sogar Privatpersonen sehr häufig verlegerisch tätig werden. Mitte der 90er Jahre begannen viele kleinere Interessengemeinschaften damit, monothematische Websites zu den von ihnen besetzten Themengebieten zu erstellen. Es wurden Urlaubsgebiete vorgestellt, außergewöhnliche Sportarten präsentiert sowie über Schicksale oder gar seltene Krankheiten berichtet.
Inzwischen verlagern sich diese Themenschwerpunkte zunehmend in den Printbereich und die dazugehörige Website stellt nicht mehr die eigentliche Kommunikationsplattform dar, sondern dient mittlerweile als Begleitung zum jeweiligen Printmedium. Der Vielfalt sind hier kaum Grenzen gesetzt, wie sich auch an der steigenden Anzahl der im Special-Interest-Bereich angesiedelten Zeitschriften widerspiegelt.

Die folgenden Beiträge sollen eine erste Hilfestellung bieten, um ein neues Produkt erfolgreich und auf Dauer am Markt platzieren zu können.