Heftformat/ Layout

Schaut man sich die Presseregale an wird man feststellen, dass die Regale mehr oder minder auf eine generelle, dem Format DIN A 4 weitestgehend entsprechende Zeitschriftengröße „genormt" sind. Nicht selten versuchen sich daher neue Verlage durch ein außergewöhnliches Format oder eingeschweißte Heftbeigaben von der Masse abheben zu können. Ohne es zu wissen, fügen diese Neueinsteiger ihren Zeitschriften mehr Schaden zu als dass die Sonderformate mit ihrem Alleinstellungsmerkmal zu einem höheren Abverkauf führen.

Warum führen auffällige Heftformate nicht zwangsläufig zu besseren Abverkäufen?


Die Ware wird branchenüblich nicht direkt von der Druckerei an die jeweiligen Einzelhändler transportiert. Vielmehr liegen mehrere Etappen auf dem Weg zur Verkaufsstelle. Auf dem Weg in den Handel werden die Zeitschriften in den meisten Fällen zunächst von der Druckerei aus zu einem zentralen Auslieferungsstelle der vom Verlag beauftragten Spedition transportiert. Hier wir die Ware zunächst umgeladen und sodann als Sammeltransport zusammen mit diversen anderen Presseprodukten an die regionalen Pressegrossisten geliefert. Dort wird die Ware abermals umgeladen und für die zu beliefernden Einzelhändler in der jeweiligen Region zu Einzelpaketen verpackt.

Transport und Logistik
Während nun alle übrigen Produkte die im Format DIN A 4 erscheinen zusammen verpackt werden können, so lassen sich Sonderformate wie DIN A 5 oder DIN A 3 nur schwerlich mit anderen Zeitschriften verschnüren. Titel, die in einem dem Format DIN A 4 wesentlich überragender Größe erscheinen, müssten daher gefaltet werden, was jedoch nur durch einen manuellen Aufwand realisierbar ist. Dieser Aufwand wird den Verlagen u.U. durch den Handel in Rechnung gestellt, ganz gleich ob letztlich Verkäufe generiert werden können oder nicht. Somit wird der mögliche Verkaufserlös durch vermeidbare Zusatzkosten belastet, noch bevor die Exemplare überhaupt im Einzelhandel eingetroffen sind.

Positionierung in der Verkaufsstelle (PoS)
Das nächste Hindernis stellt sodann das Zeitschriftenregal dar. Das Verkaufspersonal müsste überformatige Zeitschriften knicken, damit diese in das Regal einsortiert werden können. Dabei werden jedoch wesentliche Teile der Titelseite nicht mehr vollständig für den Käufer einsehbar sein. Verkaufsstarke redaktionelle Schwerpunktthemen bleiben der Zielgruppe somit verborgen. Nicht viel anders verhält es sich mit kleineren Heftformaten wie Zeitschriften im Format DIN A 5. Diese werden für gewöhnlich von anderen Zeitschriften während der Angebotszeit von anderen Zeitschriften im Regal verdeckt werden.

Aus den zuvor genannten Punkten heraus ergibt sich zwangsläufig die Empfehlung, sich bei der Wahl des Heftformates weitestgehend an dem im Pressehandel verbreiteten Format - DIN A 4 zu orientieren. Aber auch andere Punkte gilt es zu beachten.

Platzierung im Presseregal
So werden, schaut man sich die Regale einmal genauer an, die Zeitschriften in einer sogenannten „Schuppenauslage" präsentiert. Dabei bleiben die linken Ränder der Titelseite sichtbar, während die rechten Seitenteile von den jeweils benachbarten Zeitschriften verdeckt werden. Demnach empfiehlt es sich, auf relevant Titelthemen auf dem linken Teil der Titelseite hinzuweisen und ggf. auch den üblichen Titelschriftzug, bzw. das Logo der Zeitschrift am linken oberen Rand quer zu wiederholen. Hilfreich ist hierbei auch eine für den Titel einheitlich zu wählende Verlagsfarbe, die einen ausreichenden Widererkennungswert hat. Als anschauliches Beispiel hierfür sei an die Titel der BILD-Gruppe aus dem Axel-Springer-Verlag erinnert. Alle Titel wie z.B. „BILD", „BILD am Sonntag", „Auto BILD", „Sport BILD", „BILD der Frau" oder „Computer BILD" haben einen weißen Schriftzug auf rotem Hintergrund gewählt. Ebenso ist der rote Rahmen des Nachrichtenmagazins „DER SPIEGEL" als ein wieder erkennbares Markenzeichen zu verstehen.

Junge Verlage sind daher gut beraten, wenn sie an den Erfahrungswerten der alteingesessenen Presseprodukte partizipieren.