IVW

Die Abkürzung „IVW“ steht für die „Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern“, einem eingetragenen Verein mit Sitz in Berlin. Die Aufgabe dieser Institution ist es, die Höhe der Auflage einer Zeitung oder einer Zeitschrift festzustellen und diese dann zu veröffentlichen.

Hierbei unterscheidet man u.a. in den Werten „Druckauflage“, „verkaufte Auflage“ sowie „verbreitete Auflage“. Geprüft wird bei Verlagen, die Mitglied in der IVW sind. Die Mitgliedschaft ist freiwillig und kostenpflichtig.

Grundsätzliches Ziel ist es, der werbetreibenden Wirtschaft einen verlässlichen Anhaltspunkt bezüglich der Werbewirksamkeit einer geschalteten Anzeige in Printmedien geben zu können. Ohne Prüfung muss sich ein Anzeigenkunde auf die Verlagsangaben verlassen.

Bei der Erstellung von Werbebudgets vergleichen Werbeagenturen für die von ihnen betreuten Kunden das Preis-/Leistungsverhältnis von Printmedien. Hierbei wird als Grundlage der sogenannte TKP, der „Tausenderkontaktpreis“ herangezogen. Dahinter verbirgt sich die Frage, wie viel es einen Inserenten kosten würde, mit einer ganzseitigen Anzeige 1000 Leser einer Zeitung oder Zeitschrift erreichen zu können. Für die Ermittlung dieser Frage ist die Kenntnis über die verkaufte bzw. verbreitete Auflage unabdingbar. Als neutrales Prüfungsgremium soll daher die IVW dienen.

Sofern ein Verlag Mitglied der IVW ist, muss dieser fortan pro Quartal die Auflagenzahlen an die IVW melden. Diese führt sodann zweimal jährlich in den Räumen des Verlages eine Prüfung durch, wobei die vom Verlag gemeldeten Daten kontrolliert werden. Diese Kontrolle wird anhand von Abrechnungsbelegen durchgeführt (z.B.: Druckauflage auf Basis der Druckereirechnung, Lieferung an den Handel auf Basis der Handelsrechnung usw.).

Eine IVW-Mitgliedschaft empfiehlt sich in erster Linie für hochauflagige Titel. Bei Special-Interest-Titeln, deren Inserenten ihre Anzeigen direkt und nicht über eine Mediaagentur schalten, sollte abgewägt werden ob der Aufwand und die Kosten einer Mitgliedschaft einem möglichen Nutzen (etwaige zusätzliche Anzeigenkunden) sinnvoll gegenüber stehen.

Im Laufe der Jahrzehnte hat sich das Dienstleistungsportfolio stets erweitert. So kamen seit Gründung der IVW im Jahre 1949 auch die Prüfung von Werbeflächen im öffentlichen Raum (Stichwort: Litfaßsäulen), Anzeigenblätter, Kinobesucherzahlen und Websites hinzu.