Austauschanzeigen

Unter „Austauschanzeige“ versteht man eine vor allem im Verlagswesen gern genutzte kostenlose Form der Werbung. Dabei werden die auch als „Kompensationsgeschäfte“ bezeichneten Werbemaßnahmen zwischen zwei verschiedenen Verlagen vereinbart. In Folge bewirbt sodann Verlag A seine Zeitschrift A in dem Titel B, welcher vom Verlag B veröffentlicht wird. Auf diese Art und Weise können die Printprodukte beworben werden, ohne dass hierfür die sonst üblichen Kosten anfallen würden.

Nicht die Objekt- sondern die Zielgruppe ist entscheidend

Oftmals gehen Verlage jedoch fälschlich davon aus, dass diese verkaufsfördernde Maßnahme nur dann von Erfolg gekrönt sein wird, wenn innerhalb der eigenen Objektgruppe, wenn also z.B.eine Autozeitschrift in einem anderen Produkt der Warengruppe „Motorpresse“ eine Anzeige schaltet. Hierbei würden sich die Verlage jedoch mitunter gegenseitig Konkurrenz machen. Von einer Kooperation, die mit einem derartigen Kompensationsgeschäft vom Wesen her einhergeht, kann dann jedoch keine Rede mehr sein. Stattdessen sollte das Augenmerk auf die von der eigenen Zeitschrift angesprochene Zielgruppe gelegt werden. So dürfte sich die Zielgruppe einer Zeitschrift, die sich thematisch mit „Zigarren“ befasst mit einer Zeitschrift der Thematik „Weinkultur“ einhergehen. So zeigt auch die Erfahrung, dass sich die Leser von Zeitschriften mit der Thematik „Luxusuhren“ gerne auch mit dem Hobby „Fotografie“ befassen.
 
Der Leser, das unbekannte Wesen

Aber genau hier scheitern viele Verlage bereits. Nicht selten zeigt sich bei näherer Betrachtung, dass die tatsächlich von eigentlich angestrebten Zielgruppe erheblich abweicht. Daher gilt es, diese von Zeit zu Zeit genauer zu analysieren. Anhaltspunkte für Zielgruppen-Überschneidungen können sich beispielsweise anhand gelegentlich durchgeführten Leserumfragen im redaktionellen Teil einer Zeitschrift feststellen lassen. Auch geben die sogenannten Koppelkaufanalysen gute Auskünfte. Letztere werden den Verlagen von den beauftragten Vertriebsunternehmen zur Verfügung gestellt.

Den richtigen Partner finden

Nachdem die Zielgruppenüberschneidungen festgestellt wurden, gilt es Verlage zu finden, die die betreffenden Themen abdecken. Ein, wenngleich auch sicherlich mühsamer Weg wäre es, entsprechende Datenbanken abzufragen. Hier bietet sich unter anderem das Portal „Presse Porträts“ an. Erfahrungsgemäß kann dann die Kontaktaufnahme jedoch zuweilen jedoch sehr arbeitsintensiv sein. Vor allem dann, wenn man bei „großen“ Verlagshäusern den richtigen Ansprechpartner finden möchte, kann bei diesen Bemühungen sehr viel Zeit vergehen, nicht selten bleiben entsprechende Anfragen sogar unbeantwortet. Es heißt jedoch im Umkehrschluss nicht automatisch, dass eine Kooperation mit „kleineren“ Verlagen den gewünschten werbewirksamen Effekt erzielt. Hier kann man letztlich auf Partner treffen, die zwar zu einer Kooperation bereit sind, deren Zeitschriften jedoch über eine äußerst geringe Auflage verfügen oder gar nicht einmal bundesweit erhältlich sind, sodass die angestrebte Zielgruppe per se schon nicht in einem ausreichenden Maße angesprochen werden kann.

Unterstützung durch den Vertriebspartner

Über die zuvor genannten Möglichkeiten hinaus kann auch der von dem jeweiligen Verlag beauftragte Vertriebsdienstleister behilflich sein. Üblicherweise halten diese Partner für die betreuten Verlagskunden Adresslisten bereit, aus denen Verlage hervorgehen, von denen aus der Vergangenheit heraus bereits eine Bereitschaft zum Austausch von Anzeigen bekannt ist.
Bezogen auf unser eigenes Adressverzeichnis sei der Vollständigkeit halber an dieser Stelle hinzugefügt, dass wir selbstverständlich auch Fremdverlage hinzufügen. Hierfür wäre eine kurze Kontaktaufnahme, möglichst mit Zusendung eines Musterexemplars, hilfreich.